Maori Tattoos

Die polynesische Kunst geht unter die Haut

von LeonK

Maori Tattoos – die Ta Moko – sind ein Spiegelbild der kulturellen Identität dieser indigene Bevölkerung von Neuseeland. Die Maori sind etwa im 13. Jahrhundert von Polynesien aus in Neuseeland eingewandert. Sie machen heute etwa 15 Prozent der Bevölkerung aus.

Die Kunst des Tätowierens hat bei den Maori lange Tradition, die mit Ankunft der ersten europäischen Siedler unterbrochen wurde, in den 1980er Jahren aber wieder in Mode kamen und eine ausgesprochene Wiederbelebung erfuhren.

Den Maori ging und geht es dabei nicht nur um Dekoration, sondern auch um die Darstellung des sozialen Ranges, um Herkunftsregion und Familiengeschichte, und schließlich auch um bestimmte Eigenschaften, wie Mut und Tapferkeit.

Maori Tattoos und ihre ursprüngliche Ausführung

Tattoo stammt vom tahitianischen Wort für „treffen“ oder „schlagen“ ab, dem „tatau“, das als hohe Form der Kunst seit Jahrtausenden in der Südsee verbreitet ist. Auch die Art, wie die Bilder auf die Haut gebracht werden, ist bei allen Südseevölkern gleich.

Mit feinsten Nadeln stechen die Tätowierer die Farbe direkt unter die Haut. Neben scharfen Nadeln kommen auch Kämme, hergestellt aus Perlmutt, Knochen oder Horn, zum Einsatz, die dann mit kleinen Schlägeln in die Haut getrieben werden.

Die Tinte besteht aus zermahlener Holzkohle mit einem Wasser-Öl-Gemisch. Im Laufe der Zeit haben einzelne Völker ihre Methoden verfeinert.

Heute benutzen viele traditionelle Tätowierer aus hygienischen Gründen professionelle Tattoofarben und Tätowier-Maschinen. Nur manchmal greifen sie auf die alten Methoden zurück, um sie lebendig zu halten und dem Tätowierten das Gefühl zu vermitteln, ganz am Ursprünglichen zu sein.

Verschiedene Maori Tattoos – ihr Aussehen und ihre Bedeutung

Maori Tattoos

Maori Tattoos werden zu Recht den polynesischen Tätowierungen zugewiesen, aber sie wurde am häufigsten und intensivsten angewendet und haben ganz eigene und spezielle Symbole entwickelt.

Maori Tattoos am Kopf haben eine spezielle Bedeutung: Da für die Maori der Kopf das spirituelle Zentrum des Körpers ist, geben sie den Zeichen im Gesicht spezielle Bedeutungen.

Mataora gilt für Männer und ist das Symbol des Adels. Die Gesichter der Frauen zeichnen sich durch Bemalungen an Lippen und Kinn aus. Sie zeigen ihre Führungsrolle, ihren Status und ihre Fähigkeiten.

Ta Moko als Maori Tattoos werden auf allen anderen Körperteilen getragen.

Klassische, bekannte Motive sind Spiralen, Kreuze und Wirbel, es gibt aber auch Pflanzen-, Tier- und Menschenabbildungen. Besondere Bedeutung haben Alltagsgegenstände oder Werkzeuge.

Insgesamt lassen sich 15 Symbole herausfiltern, die – in etwa – in Schutzsymbole, Verbindung zum Göttlichen, Familie und Vorfahren, Zeichen für den individuellen Lebensweg und kriegerische Symbole eingeteilt werden können. Teilweise überschneiden sich einzelne Bedeutungen; Schutzfunktionen finden sich fast in jedem Bild.

Verbindung zum Göttlichen

Manaia sind die Schutzengel. Als Schlange oder Seepferdchen stellen sie die Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits her und bedeuten Schutz für den Träger.

Tiki stehen einmal für Halbgötter, können aber auch als Ahnen oder Vorfahren gelten; auf jeden Fall sind es halb überirdische Wesen, die vor Gefahren schützen und Glück bringen sollen.

Moana meint den Ozean, der für die fest in der Natur verwurzelten Maori eine immense Bedeutung hat. Ihm kommt wie allen ozeanischen Symbolen eine große spirituelle Bedeutung zu. Das Meer ist gewissermaßen der Grenzbereich zwischen Diesseits und Jenseits.

Moko ist die Eidechse. Wie der Gecko ist sie ein Bindeglied zur Gottheit, zu Geistern und der gesamten spirituellen Welt. Eidechsen und Geckos bringen die Botschaften der Menschen in die Götter- und Geisterwelt. Natürlich haben sie auch starke Schutzfunktion.

Ani Ata sind Himmel und Wolken, die die Verbindung zum Jenseits darstellen. Sie meinen gleichzeitig die Göttlichkeit und haben ausgesprochene Schutzfunktion.

Besondere Bedeutung kommt dem Marqueser Kreuz. Es steht als Gleichgewicht zwischen den Elementen Feuer, Wasser, Erde, Luft für Balance und Harmonie. Oft kommt es in Verbindungen mit anderen Symbolen vor.

Familie und Vorfahren

Enata sind menschliche Darstellungen. Es handelt sich meistens um Verwandte oder Vorfahren oder besiegte Feinde.

Mit Honu, der Schildkröte, zeigt der Träger, dass er in eine Familie eingebunden ist, denn Schildkröten sind das Symbol für Stammeszugehörigkeit und Familie. Weiter sind ihre Eigenschaften wie Langlebigkeit und Weisheit in ihrem Abbild dargestellt. Auch große Ausdauer und fast schon Unsterblichkeit sollen mit ihr zum Ausdruck kommen.

Sehr kunstvoll ausgestaltet ist der Vau, ein Mantarochen. Er ist – wie alle Tiersymbole – ein echter Glücksbringer und verspricht Freiheit, Glück, Schutz, aber auch Führung. Mantarochen sind Meeresbewohner und haben direkten Bezug zur Lebenswelt der Maori.

Ipu ist wie ein Napf oder eine Schale geformt und bedeutet Fruchtbarkeit. Geleichzeitig kommt der familiäre Zusammenhalt zum Ausdruck. Hochzeitspaaren wird es gerne eintätowiert, weil es den Segen der Götter auf das Brautpaar lenkt.

Individueller Lebensweg

Koru ist eine Spirale, die für Wachstum und Veränderung steht. Es ähnelt einem sich entfaltenden Silberfarn. Für den Spiralträger beginnt ein neuer Lebensabschnitt, wie es etwa nach Abschluss der Pubertät der Fall ist.

Hei Matau, der Angelhaken, steht für Glück, Wohlstand und Sicherheit, denn diese Dinge zieht der Träger mit Hei Matau zu sich heran.

Auch mit Pikorua wird eine Veränderung angezeigt, die gerade eingetreten ist oder demnächst eintreten wird. Das wirbelförmige Tattoo – Twist – steht für die Bitte um Schutz und Führung in diesem neuen Lebensabschnitt.

Das Symbol Ipu kann auch für den individuellen Lebensweg Bedeutung haben.

Kriegerische Symbole

Atai ist die Speerspitze. Die Krieger tragen sie und zeigen damit ihre Verbindung zu Krieg, Kampf und Sieg. Das Tattoo gibt ihnen Schutz und verleiht die nötigen Eigenschaften wie Ausdauer, Mut und den Willen zum Kampf.

Die Niho Mano Symbole in Dreiecksform stehen für Haifischzähne und weisen auf Beutefang hin. Somit sind sie Symbol für etwas Kriegerisches, verbunden mit Tapferkeit und Vitalität. Jeder Krieger auf der Jagd braucht Schutz. Auch das ist im Niho Mano gegeben.

Auch das Enata passt zu den kriegerischen Symbolen. Als menschliche Darstellung kann hier ein besiegter Feind aufgetragen werden.

Fazit: Maori Tattoos

Maori Tattoos stammen aus der uralten polynesischen Tradition des Tätowierens, haben jedoch eine eigene Symbolik und eigene Motive entwickelt. Hier findest du Spiralen, Kreuze und Wirbel, Pflanzen, Tiere und menschliche Abbildungen, Alltagsgegenstände und Werkzeuge.

Etwa 15 Grundformen stehen zur Verfügung. Sie haben fast alle auch Schutzfunktion und können den folgenden Bereichen zugewiesen werden.

  • Verbindung zum Göttlichen
  • Familie und Vorfahren
  • Individueller Lebensweg
  • Kriegerische Symbole

Du kannst dir aber auch deinen eigenen Lebensweg in der Maori-Symbolik tätowieren lassen.

Unsere Tätowierer lassen sich gerne von der Maori-Kunst inspirieren; erfinden auf dieser Grundlage aber auch ganz neue Ideen. Lass dich überraschen. Vielleicht hast du bereits eine bestimmte Vorstellung im Kopf, wie deine Maori Tattoos aussehen sollen. Bring deinen Vorschlag mit und lass uns gemeinsam schauen, was daraus werden kann.


Bilder: LSD Tattoo Berlin

Dir gefällt vielleicht auch